Robert Landfermann © Patrick Essex für Monheim Triennale
Photo: Robert Landfermann © Patrick Essex für Monheim Triennale

Robert Landfermann (DE)

„Robert Landfermann spielt gefühlt jeden Tag des Jahres und ist ein ständig Reisender. Er lebt in seinem Auto und wenn ich mit ihm zu Konzerten fahre, habe ich immer das Gefühl, der Kombi ist mindestens genauso fest mit ihm verwachsen wie sein Kontrabass“, beginnt Christian Weidner den Beitrag über Robert Landfermann für die Monheim Papers. So richtig überraschen dürfte das kaum jemand, der mit dem Oeuvre des Kölner Musikers vertraut ist. Landfermann gehört seit mehr als einem Jahrzehnt zu den meistgefragten Jazzmusikern Deutschlands und darüber hinaus, er ist weltweit auf Tour, als Sideman, als Kollaborateur, als initiierender Bandleader, dazu ist er Bassprofessor, Kollektivgründer und Jazzspielstättenvorstandsmitglied. Und all das mit vollem Einsatz, ernsthaft und beständig, nachdrücklich und mit beseelter Hingabe, wie Christian Weidner anmerkt.

Robert Landfermann ist ein Mensch, der immer weiter will und der die Furcht vorm Sich-Wiederholen und Stillstand gerne und offen zugibt – gleichwohl scheint diese Sorge ihn nicht zu bremsen. Konsequent ist er seit jeher auf seinem Weg, dabei sind ihm Wandel in der Musik und das Entdecken neuer Spielräume vertraut und scheinen ihm leicht zu fallen. Seine musikalische Sprache ist klar und ausgereift und sein Spiel weist mit Beweglichkeit und Neugier ins Unendliche. Und wenn man ihn hört oder mit ihm spielt, spürt man, wie tief er bei sich und eins mit sich ist, und wie sehr es ihn als improvisierenden Musiker erfüllt, im Moment zu sein, im immer neuen Moment der gemeinsam mit den anderen „gefundenen“ Musik.

Robert Landfermanns Werk für Monheim trägt den Titel „Rhenus“ - und ist damit Hinweis auf seine Heimat und auf eine Konstante auf seinem Lebensweg: den Rhein. Landfermann ist in Oberwinter – 150 m Luftlinie vom Rhein aufgewachsen, dann flussabwärts nach Köln und dort als Musiker gereift.

Köln hat seit jeher eine international renommierte Szene sowohl für Jazzsprachen innerhalb von Form und Akkordfolgen als auch für experimentellere Ansätze und freie improvisierte Musik. Eine optimale Umgebung für Landfermann. Als Eye Opener beschreibt er die Begegnungen mit seinem Lehrer an der Musikhochschule Dieter Manderscheid: „Sachlich, objektiv, ein Möglichkeiten-Aufzeiger und Wahnsinns-Spieler voller Leidenschaft und Neugier“. Außerdem prägend: ein Konzert des Bassisten Barre Philips im Loft.

„Rhenus“ ist Landfermanns besetzungsmäßig bisher umfangreichstes Projekt und ein Sammelbecken all seiner musikalischen Wesenszüge. Das ganze Spektrum seiner künstlerischen Persönlichkeit wird sichtbar sein und durch die immense Ausdruckstiefe seiner Mitspielerinnen und Mitspieler ins potentiell Orchestrale multipliziert.

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