Could You Patent the Sun?

Marcus Schmickler realisiert eine Klang-Inszenierung am Rhein. Eine kurze, präzise, poetische Intervention über beide Ufer des Rheins hinweg. Live, umsonst und draußen. Nur in Monheim am Rhein

Marcus Schmickler "Could You Patent the Sun?"

Am Mittwoch den 1. Juli 2020, zwischen 21 und 22 Uhr, geht es in Monheim am Rhein in den öffentlichen Raum: "Could You Patent the Sun?" ist die Preview zu Marcus Schmicklers "Entwurf einer Rheinlandschaft", einer Klang-Inszenierung, die der Kölner Komponist für die Monheim-Triennale 2021 realisieren wird. Es ist ein erster Einblick in einen multimodalen Klang-Raum. Eine kurze, präzise, poetische Intervention über beide Ufer des Rheins hinweg, bei der das Verhältnis von nah und fern thematisiert wird. Live, umsonst und draußen.

Nach der Corona-bedingten Verschiebung der Triennale haben wir unsere Gesprächskonzerte mit eingeladenen Künstlerinnen und Künstlern im Internet fortgesetzt. Bei mittlerweile elf Livestream Konzerten und Gesprächen war Achim Tang, unser Monheimer Artist in Residence, wunderbarer Gastgeber. Einer von vielen Höhepunkten war das Zusammentreffen mit Marcus Schmickler. Dessen Performance hatte eine ebenso einfache wie beeindruckende konzeptuelle Grundlage. Am 14. April lud uns der Komponist live aus seinem elektroakustischen Studio dazu ein, sich mit mehreren Endgeräten gleichzeitig in den Stream einzuloggen und diese Geräte im Raum zu verteilen. Durch die unvermeidlichen Latenzen beim Streaming entstand ein ganz besonderes, von jedem selbst zu gestaltendes Raumerlebnis.

Jetzt geht Marcus Schmickler noch einen Schritt weiter in den öffentlichen Raum und gibt uns einen ersten Vorgeschmack auf den „Entwurf einer Rheinlandschaft": Am Mittwoch den 1. Juli 2020 interagieren während der ca. 20-minütigen Inszenierung "Could You Patent the Sun?" vier Blechbläserinnen und -bläser auf dem Dach der Kulturraffinerie K714 mit elektroakustischen Klängen, die durch Lautsprecher von der gegenüberliegenden Rheinseite über mehrere hundert Meter übertragen werden. Gleichzeitig können sich die Hörerinnen und Hörer mit ihren Endgeräten, Handys usw., in einen dafür entwickelten, inhaltlich komplementären Web-Stream einloggen. Okkyung Lee und die Monheim Triennale-Künstlerin Jennifer Walshe, werden Texte und Sprache für diesen Stream einsprechen beziehungsweise einsingen. Erst durch das Zusammenspiel der akustischen und elektroakustischen Klänge von beiden Seiten des Rheins mit den via Live-Stream übermittelten Inhalten, entsteht das vom Komponisten erdachte Klangerlebnis. Das gibt es nur vor Ort in Monheim am Rhein am 1. Juli 2020 zu erleben!

Titel des Stückes und das Libretto sind inspiriert durch ein berühmt gewordenes Zitat des amerikanischen Immunologen Jonas Salk, dem Entdecker des Polio-Impfstoffes aus den 1950er Jahren. Auf die Frage, ob er ein Patent auf seinen Impfstoff gegen Kinderlähmung angemeldet habe, erwiderte er: "There is no patent. Could you patent the Sun?". „Es gibt kein Patent. Könnte man die Sonne patentieren?"

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler
Marcus Schmickler - Elektronik, Komposition
Jennifer Walshe - Vocals
Okkyung Lee - Sprecherin
Blechbläser des Ensemble Musikfabrik:
Christine Chapman (h)
Marco Blaauw (tp)
Bruce Collings (tb)
Melvyn Poore (eu)