continuum. Aus dem Inneren des Stroms

Wie klingt das Innere des Rheins? Mit seiner Klanginstallation „continuum“ spürt der Medienkünstler Frank Schulte die Fließbewegungen des Rheins, die Geräusche der Flussbewohner und die von den vorbeifahrenden Schiffen erzeugten Klänge entlang der Monheimer Uferpromenade unter Wasser auf und macht sie in der evangelischen Altstadtkirche in Monheim als achtkanalige audiovisuelle Inszenierung hör- und erlebbar.

Die Ausstellung wird am 3. Juni 2021, 17.00 Uhr zum ersten Mal für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Ab diesem Tag kann die Ausstellung an ausgewählten Terminen jeweils von 17.00 bis 19.00 Uhr für eine begrenzte Personenzahl nach vorheriger Anmeldung besucht werden.

Vor der Eröffnung am 03. Juni wird Frank Schulte um 16.00 Uhr auf dem Kirchenvorplatz eine Einführung in diese ortsbezogene Arbeit geben und von der Entstehung, sowie den überraschenden Klangfindungen unter Wasser, berichten.

Hier können Sie sich für den kostenlosen Besuch der Veranstaltung anmelden:

Ticketshop „continuum“

Für Personen ohne Internetzugang und Kurzentschlossene besteht die Möglichkeit sich abhängig von der Terminlage auch vor Ort anzumelden.

Alles Leben kommt aus dem Wasser. Gleichzeitig stellte das Wasser schon immer eine reale Bedrohung für die am Fluss lebenden Menschen dar. Beide Aspekte wurden bei der Erbauung der Monheimer Altstadtkirche (1848-58) thematisiert. Am Portal dort nimmt der Handlauf die Wellenbewegungen des Wassers auf, über der Tür zum Sakralraum zeigt ein buntes Glasbild eine Szene aus der biblischen Geschichte von Noah (1. Mose 7ff). Die Sintflut bedeckt das Land, die Taube mit Ölzweig im Schnabel steigt vor einem Regenbogen auf, als Zeichen des neuen Bundes zwischen Gott und den Menschen.

Klang verbreitet sich Unterwasser relativ schnell und trägt Informationen über größere räumliche Entfernungen als etwa Licht. Daher verfügen im Wasser lebende Tiere über ein großes Spektrum an Rezeptoren um Töne wahrzunehmen. Dieses sensible Wahrnehmungsfeld wird durch die vom Menschen zunehmend hinzugefügten Emissionen der Schifffahrt empfindlich gestört. Auch das wird im Rahmen der Klanginstallation deutlich. Ebenso thematisiert der Künstler in einer Lichtspiegelung von Rheinwasser die Zunahme von Mikroplastiken aus industriellen Abwässern, die erst kürzlich noch in großer Anzahl an den Rheinufern nahe Monheim gefunden wurden.

Für continuum hat Frank Schulte auf einer Länge von ca. 200 Metern spezielle Mikrophone im Inneren des Flusses platziert. Von hier aus werden die Signale in die Kirche übertragen und in einer mehrkanaligen Klang-Installation wiedergegeben. Parallel dazu wird die reale Flussansicht auf einem Bildschirm gezeigt. So entsteht innerhalb der Kirche ein virtueller Raum mit für uns unhörbaren, subkutanen Klängen unter der Wasseroberfläche. Eine Meditation über das ewig Fließende mit seinem Kommen und Vergehen.

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